Madrid gestaltet den Verkehr um

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Die spanische Hauptstadt hat, wie viele andere europäische Großstädte, Probleme mit der Luftqualität. Die EU-Stickoxid-Grenzwerte werden regelmäßig überschritten, die Europäische Kommission droht mit Klage. Um die schlechte Luftqualität zu bekämpfen und die Gesundheit der Bürger zu schützen, hat die linksalternative Stadtverwaltung um die Bürgermeisterin Manuela Carmena daher einen Plan mit 30 Maßnahmen zur Reduzierung von Umweltverschmutzung und Treibhausgasen aufgestellt. Ziel des Plans ist es, die Emissionen gemäß des Pariser Abkommens von 2012 bis 2030 um die Hälfte zu reduzieren. Unter anderem sieht der sogenannte „Plan A“ (A vom spanischen Aire für Luft und weil es keine zweite Luft, keinen Plan B, gebe) Maßnahmen zur Verringerung des motorisierten Individualverkehrs und zur Förderung von alternativen Antrieben vor. Erste Maßnahmen wurden 2017 bereits umgesetzt. So wurden z. B. die Parkgebühren in der Innenstadt für Benziner und Diesel erhöht, während Elektroautos befreit sind und Gasfahrzeuge und Hybride nur die Hälfte zahlen müssen. Zudem dürfen Autos von außerhalb in bestimmten Zonen der Innenstadt nur zwei bis vier Stunden parken, andere Zonen dürfen nur noch von Anwohnern befahren werden. Gleichzeitig wurden fast 270 neue Busse bestellt: 33 Elektro- und 235 CNG-Busse. Zukünftig sollen auch infrastrukturelle Maßnahmen umgesetzt werden. Dazu gehört sowohl der Ausbau von Fuß- und Fahrradwegen als auch von Busspuren. So wird beispielsweise die Gran Vía, Verkehrsachse Madrids, umgebaut. Von der ehemals in beide Richtungen dreispurigen Straße wird jeweils eine Spur zu einem Gehweg umgebaut, eine Spur ist Bussen und Taxis vorbehalten und nur noch die dritte Spur steht Autos zur Verfügung  – und diese müssen sie sich mit Fahrradfahrern teilen. Auch der Radverkehr soll attraktiver gestaltet werden, indem jährlich 30 km zusätzliche Fahrradwege gebaut werden. Wie bereits berichtet soll in 2018 eine Reduzierung des Tempolimits auf der Stadtautobahn von 90 km/h auf 70 km/h durchgeführt und im Stadtzentrum mehrere 30er-Zonen eingerichtet werden.