Internationale Vergleichsstudie: Deutscher Verkehrssektor nur Mittelmaß

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Das American Council for an Energy-Efficient Ecnonomy (ACEEE) hat eine internationale Vergleichsstudie zu energieeffizienter Mobilität veröffentlicht. Das Hightech-Autoland Deutschland landet laut der Studie gerade mal auf Platz 10 der 25 untersuchten Länder. Die ersten Plätze belegen Frankreich, Indien und Italien. Deutschland muss sich außerdem hinter den Ländern China, Großbritannien, Japan, Südkorea, Spanien und Kanada einreihen, denn auch in diesen Ländern wird effizienter gefahren.

Besonders schlecht schneidet Deutschland bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, dem Energieaufwand pro Tonne Fracht pro Kilometer und den Kraftstoff-Effizienzvorgaben für schwere Lkw ab. Sehr hoch ist auch die im privaten Pkw gefahrene Strecke pro Kopf. Demnach legen die Deutschen wesentlich mehr Kilometer in Privat-Pkw zurück als beispielsweise die Italiener oder Franzosen. Noch mehr Kilometer im privaten Pkw werden nur von den US-Amerikanern, den Kanadiern und den Australiern zurückgelegt.

Ein weiterer Kritikpunkt der Studie ist das Verhältnis von Investitionen in Straßen- zu Schienenverkehr. So investiert Großbritannien z.B. 1,55-mal so viel in den Schienenverkehr wie in den Straßenverkehr. Auch Italien (Verhältnis 1,23) und Frankreich (Verhältnis 1,03) investieren deutlich mehr in ihr Schienenverkehrsnetz. In Deutschland beträgt die Verhältnis nur 0,41. Das Straße-Schiene-Investitionsverhältnis ist aus Sicht der ACEEE-Forscher ein „Schlüsselindikator des Engagements für energieeffizienten Transport“.

Das schlechte Abschneiden Deutschlands in der Energie-Effizienz-Bewertung deckt sich auch mit der aktuellen Entwicklung der Treibhausgasemissionen im Verkehr. Laut Umweltbundesamt sind die Treibhausgasemissionen des inländischen Verkehrs in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und liegen nun leicht über dem Niveau von 1990. Ziel ist jedoch bis 2030 eine Reduktion um gut 40 Prozent gegenüber 1990. Auch die aktuellen Pkw-Label Monitoringberichte zeigen beim Neuwagenkauf eine Tendenz hin zu emissionsstärkeren Neuwagen für 2017 und 2018.

Dena: Monitoringbericht 2017

Dena: Monitoringbericht 2016

Umweltbundesamt: Emissionen des Verkehrs