Das Vereinigte Königreich setzt auf Elektromobilität

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Die britische Regierung schafft 2018 rechtlichen Grundlagen, um seinen Verkehr langfristig auf Elektromobilität umzustellen. Im Mai wurde zunächst entschieden, die Förderung für reine Elektroautos (BEV) und Plug-In-Hybride (PHEV) bis Oktober auf dem bisherigen Niveau fortzuführen (bis zu 4.500 £ für Pkw und bis zu 8.000 £ für Transporter). Nun wurde im Juli zunächst die „Road to Zero Strategy“ vorgestellt und anschließend der „Automated and Electric Vehicles Act“ verabschiedet.

Road to Zero Strategy

Die Strategie enthält das Ziel, ab 2040 keine Benzin- oder Diesel-Fahrzeuge mehr zu verkaufen, sodass 2050 alle Pkw und Transporter Null-Emissions-Fahrzeuge sind. Als Zwischenziel sollen 2030 mindestens 50 % der Pkw- und bis zu 40 % der Transporter-Neuzulassungen „ultra emissionsarm“ sein. Dies sind Fahrzeuge, die weniger als 75 gCO2/km emittieren und mindestens 10 Meilen (ca. 16 km) emissionsfrei fahren können. Darunter fallen BEV, PHEV, Range Extender und Brennstoffzellenfahrzeuge. Zur Unterstützung dieser Ziele sollen z.B. neue Häuser und Straßenlaternen zukünftig mit Ladepunkten ausgerüstet werden. Zudem werden verschiedene Fonds und Fördertöpfe eingerichtet:

  • 400 Mio. £ (453 Mio. €) für Firmen zur Herstellung und Installation von Ladeinfrastruktur
  • 40 Mio. £ (45 Mio. €) für Entwicklung und Erprobung induktive Ladetechnologie
  • Zuschüsse i.H.v. bis zu 500 £ (566 €) für die Installation Heimladepunkte für Privatpersonen

Mit der Strategie will die britische Regierung auch die eigene Wirtschaft fördern und eine führende Rolle in der Null-Emissions-Bewegung einnehmen.

Automated and Electric Vehicles Act

Das Gesetz legt Rahmenbedingungen für Ladesäulen und Wasserstofftankstellen fest und soll deren Ausbau vorantreiben. So sollen zum einen die Bezahl- und Zugangsmöglichkeiten sowie die Ladetechnik standardisiert werden. Zum anderen sollen die Betreiber von großen Tankstellen durch den Bürgermeister dazu verpflichtet werden können, Ladesäulen bzw. Wasserstofftankstellen zu errichten. Zudem sind Betreiber von Ladeinfrastruktur in Zukunft verpflichtet, Informationen zu Zahlungsmöglichkeiten, Zugangskosten, Status der Infrastruktur (defekt, belegt etc.) bereitzustellen, um mehr Transparenz und Komfort zu ermöglichen.