ADAC Ecotest 2018: Erste Fahrzeuge mit Euro 6d-TEMP-Abgasnorm getestet

Der ADAC testete 2018 im Rahmen seines Ecotests 109 Automodelle auf Verbrauch, Schadstoffe und CO2-Emissionen. Erstmals wurden Fahrzeuge mit der ab September 2019 verpflichtenden Euro 6d-TEMP Abgasnorm getestet. Fahrzeuge mit alternativen Anrieben schneiden besonders gut ab.

Foto: ADAC e.V.

Wie wurde getestet?

Basis des Testverfahrens ist der ab Herbst 2017 geltende WLTP-Zyklus. Allerdings wendet der ADAC verschärfte Bedingungen an. So wird mit einer Zuladung von 200 kg und eingeschalteter Klimaanlage getestet. Ein zusätzlicher Autobahnzyklus mit höheren Geschwindigkeiten ergänzt die Messprozedur. Fahrzeuge, die auf dem Prüfstand 4 oder 5 Sterne erreicht haben, werden zusätzlich auf der Straße getestet. Besteht ein Auto diesen Test nicht, wird es auf drei Sterne abgewertet. Damit soll überprüft werden, ob die Fahrzeuge die im Labor erreichten Werte auch im realen Betrieb bestätigen können. Mit dieser Methode ist der ADAC-Test deutlich strenger und auch realitätsnäher als die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen und von den Prüforganisationen durchgeführten Tests.

Wer waren die Gewinner?

Alternative Antriebsarten sind die Gewinner des ADAC-Ecotests 2018. Den ersten Platz belegt der VW e-Golf mit der Maximalpunktzahl von 100 Punkten. In den Top-10 finden sich Erdgas-, Wasserstoff- und Hybridfahrzeuge sowie reine Elektroautos – aber kein herkömmlicher Verbrenner. Sieben Fahrzeuge erreichen die Fünf Sterne-Höchstpunktzahl, darunter sind sechs Elektroautos und ein Erdgasfahrzeug (hier geht's zur ADAC-Liste). Auf Platz 13 der Bestenliste findet sich mit dem VW up! 1.4 TGI Bluemotion der erste Benziner, auf Platz 16 landet das beste Dieselfahrzeug: der Kia Ceed 1.6 CRDi. Insgesamt 22 Modelle mit Verbrennungsmotor schaffen es in die Vier-Sterne-Kategorie, 16 davon mit der Euro 6d-TEMP-Abgasnorm.

Welche Erkenntnisgewinne gibt es?

Die neue Euro 6d-TEMP-Abgasnorm zeigt Wirkung. Im Vergleich zu 2017 haben deutlich mehr Benzin- und Dieselfahrzeuge vier Sterne erhalten und werden damit vom ADAC als empfehlenswert eingestuft. Ihre Emissionen fallen nicht nur auf dem Prüfstand, sondern auch auf der Straße niedrig aus. Große SUVs erkaufen sich jedoch ihre guten Schadstoffwerte mit einem hohen CO2-Ausstoß. Der ADAC empfiehlt daher, auch kleinere Fahrzeuge vor dem Kauf in Betracht zu ziehen. Die Ergebnisse für Hybride fallen durchwachsen aus: der Toyota Yaris 1.5 Hybrid und der Lexus CT 200h Automatik erhalten vier Sterne und punkten vor allem mit geringen Schadstoffwerten. Der BMW i8 Roadster erhält allerdings nur 3 und der Audi Q7 e-tron quattro tiptronic sogar nur 2 Sterne. Hier ist vor allem der hohe Kraftstoffverbrauch ausschlaggebend. Erdgasfahrzeuge überzeugen auch in diesem Jahr: der Fiat Panda 0.9 TwinAir Natural Power ist das einzige Modell mit Verbrennungsmotor, das fünf Sterne erhält. Aber auch der Opel Astra 1.4 CNG und der VW Caddy 1.4 TGI BlueMotion schneiden aufgrund niedriger Schadstoffemissionen mit vier Sternen empfehlenswert ab – und das auch mit Euro 6b-Norm.

Was heißt das?

Mit der neuen Euro 6d-TEMP-Abgasnorm fahren Benzin- und Dieselfahrzeuge in der Regel deutlich sauberer und können somit einen Beitrag zur besseren Luft in den Städten leisten. Einige Ausnahmen zeigen jedoch, dass die Größe des Fahrzeugs dabei ein wichtiger Einflussfaktor ist. Erdgas-, Wasserstoff- sowie effiziente Hybride und Elektroautos schneiden allerdings immer noch besser ab, als der effizienteste Verbrenner mit 6d-TEMP.

Weitere Informationen zu den unterschiedlichen Antriebsarten und ihren Umwelt- und Kostenvorteile finden Sie hier.

Die Top 10 des ADAC Ecotest

ModellAntriebsartGesamtpunktzahl (max. 100 Punte)
VW e-Golf Elektro100
VW e-up!Elektro99
BMW i3s (94 Ah)Elektro98
Smart fortwo coupé EQElektro98
Hyundai Kona Elektro (64 kWh)Elektro96
Fiat Panda 0.9 8V Twinair Natural PowerErdgas91
Nissan Leaf (40 kWh)Elektro91
Toyota Yaris 1.5 HybridHybrid89
Hyundai NexoWasserstoff88
Opel Astra 1.4 CNGErdgas87