Hybride (HEV - Hybrid Electric Vehicle)

Als Hybride werden Fahrzeuge bezeichnet, die mit einem Verbrennungsmotor und einem Elektromotor ausgestattet sind. Dabei gibt es allerdings Unterschiede beim Aufbau und der Hybridisierung. Allgemein unterstützt der Elektromotor den Verbrennungsmotor vor allem beim Anfahren, wo dieser einen schlechten Wirkungsgrad hat. So kann der Kraftstoffverbrauch um bis zu 15-25 % reduziert werden. Rein elektrisches Fahren ist allerdings nur mit einem Vollhybriden über sehr kurze Strecken möglich. Das unterscheidet den klassischen Hybrid vom Plug-in-Hybrid. Der Markt für Hybridfahrzeuge ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen, hat 2017 aber noch mal einen Sprung gemacht und ist um 61 % auf 55.000 Neuzulassungen angewachsen.

Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt (KBA)
*Stand November 2018

Technische Aspekte

Aufbau des Antriebs

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Hybriden, die sich anhand des Aufbaus unterscheiden: den seriellen Hybrid und den parallelen Hybrid. Zudem wird je nach Ausprägung der Hybridisierung zwischen teilhybriden (Mildhybrid) und Vollhybriden unterschieden. Durch die Kombination von Verbrennungsmotor und Elektromotor können bei gleicher Leistung kleinere Motoren verwendet werden (Downsizing).

  • Beim seriellen Hybrid läuft der Verbrennungsmotor dauerhaft im Bereich des höchsten Wirkungsgrades und produziert über den Generator Strom für den Elektromotor und, je nach Bedarf, für die Hybridbatterie. Der Verbrennungsmotor stellt also nur die Energie bereit, während der Elektromotor das Fahrzeug bewegt. Der Unterschied zu einem Range Extender liegt darin, dass die Batterie des Range Extenders von außerhalb über das Stromnetz geladen werden kann und der Verbrennungsmotor nur die Batterie speist, nicht aber direkt den Elektromotor mit Energie versorgt.
  • Beim parallelen Hybrid werden Verbrennungsmotor und Elektromotor kombiniert eingesetzt. Der Elektromotor unterstützt den Verbrennungsmotor beim Anfahren und Beschleunigen. So kann bis zu 15-25 % Kraftstoff eingespart und 10-20 % schneller beschleunigt werden.
  • Bei einem Mildhybrid kann der Elektromotor das Fahrzeug nicht alleine antreiben, sondern dient nur der Unterstützung des Verbrennungsmotors beim Anfahren und Beschleunigen. Zudem gibt es eine Start-Stop-Automatik, die den Motor beim Anhalten automatisch ab- und beim Anfahren automatisch anschaltet. Auch die Bremsenergie kann zurückgewonnen werden.
  • Ein Vollhybrid besitzt alle Eigenschaften eines Mildhybrids, hat aber einen deutlich leistungsstärkeren Elektromotor. So ist auch rein elektrisches Fahren für etwa 2 km möglich. Der Elektromotor übernimmt daher das Anfahren vollständig, sodass in diesem Bereich, wo der Verbrennungsmotor einen sehr schlechten Wirkungsgrad hat, kein Kraftstoff verbraucht wird. Nach dem Anfahren werden Verbrennungs- und Elektromotor in optimierter Kombination verwendet.
Aufbau eines Hybridfahrzeugs / Foto: Toyota

Reichweite

Hybride weisen keine anderen Reichweiteneigenschaften als Benziner oder Diesel auf und sind somit abhängig von der Tankgröße und dem Verbrauch. Die rein elektrische Reichweite beträgt bei einem Vollhybrid etwa 2 km, beim Mildhybrid ist ein rein elektrischer Antrieb nicht möglich.

Sicherheit

Hybride weisen im Prinzip die gleichen Sicherheitsrisiken wie Benziner oder Diesel auf. Hinzu kommen allerdings die Hybridbatterie und die Hochspannungskabel. Mit diesen kommt der Fahrer jedoch in der Regel nicht in Kontakt. Zur Sicherheit werden allerdings bei einem Unfall mit Airbag-Auslösung die elektrischen Systeme abgeschaltet und der Batteriekontakt unterbrochen. Die Hochspannungskabel sind farblich markiert.

Marktsituation

Modellangebot

Das Modellangebot bedient verschiedene Segmente vom Kleinwagen bis zur Oberklasse und stellt auch innerhalb der Segmente unterschiedliche Fahrzeugmodelle zur Auswahl. Die meisten Modelle bieten Toyota bzw. die Toyota-Marke Lexus an. Als einziger deutscher Hersteller bietet Mercedes-Benz in der C- und in der S-Klasse Hybridvarianten an.

Stand der Infrastruktur

Hybride tanken wie gewohnt an der Tankstelle Benzin oder Diesel.

Kosten

Anschaffungskosten

Die Anschaffungskosten eines Hybrids liegen aufgrund der zwei Motoren, der größeren Batterie und der zusätzlichen Systeme etwas höher als beim Benziner oder Diesel. Beim Mildhybrid sind es etwa 1.000-2.000 €, beim Vollhybrid können die Kosten 4.000-8.000 € höher liegen.

Fördermaßnahmen

Aktuell gibt es keine Fördermaßnahmen für Mild- oder Vollhybride. Der Umweltbonus gilt nur für Plug-in-Hybride.

Steuern / Abgaben

Hybride haben einen geringeren Kraftstoffverbrauch und somit auch geringere CO2-Emissionen. Das wirkt sich positiv auf die Kfz-Steuer aus.

Wartungskosten

Die Wartungskosten von Hybriden können leicht über denen von Benziner oder Diesel liegen, befinden sich aber auf einem vergleichbaren Niveau.

Energiekosten

Hybride sparen vor allem im Stadtverkehr mit viel Stop-and-Go Kraftstoff ein. So sind die jährlichen Energiekosten z.B. beim Toyota Auris Hybrid etwa 350 € niedriger als bei der reinen Benzinervariante. Im Vergleich zur Dieselvariante des VW Golf sind die jährlichen Kosten aufgrund des niedrigeren Dieselpreises etwa 100 € höher.

Umwelt

Durch den geringeren Kraftstoffverbrauch emittieren Hybride etwa 15-25 % weniger CO2 als konventionelle Verbrenner. Allerdings tritt dieser CO2-Vorteil nur in Städten und Ballungsgebieten auf. Auf der Autobahn oder Landstraße gibt es keinen Verbrauchsvorteil und somit auch keine geringeren Emissionen. Bei den Stickoxid- und Feinstaubemissionen treten keine wesentlichen Emissionsverringerungen auf.

Vorteile / Nachteile